Wirbellos

Roman

Luftschacht-Verlag

464 Seiten

Wien 2019

 

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Der zweiundzwanzigjährige Martin Schwammer lebt seit Kurzem in Bern, wo er eine Stelle in der Sterilgutversorgung des Krankenhauses angenommen hat. In diesem Bern fließt die Aare von Norden nach Süden und mündet im Mattequartier direkt ins Mittelmeer. Ein Inselchen, das Kirchenfeld, ist der Küste vorgelagert. Städte wie Genua oder Marseille gibt es nicht, die Alpen sind ein Mythos. Während Martin als Kind wegen seiner Ehrlichkeit immer wieder in Schwierigkeiten geraten ist, hat er inzwischen gelernt zu lügen. Eines Tages inszeniert er am Strand eine Begegnung mit der neunzehn Jahre älteren Valerie und spielt ihr ein romantisches Interesse vor. Sein eigentliches Augenmerk gilt aber ihrer Familie und deren Vergangenheit. Ihn plagen Schuldgefühle und Träume von eingesperrten Insekten und Spinnen, Krebsen, Schnecken und Würmern – von wirbellosen Tieren. Und als rückgratlos sieht er sich auch selbst …

 

Nach seinem erfolgreichen Debütroman »Scheinwerfen«, in dem er der Macht der Erinnerung nachspürt, erzählt Giuliano Musio in »Wirbellos« von Feigheit und der Kunst der Lüge. Mit großer Lust lässt er seinen Protagonisten ein Lügengebilde aufbauen, bis dieser selbst den Überblick verliert. Und spätestens als die gekenterte Costa Concordia vor der Berner Küste liegt, droht alles einzustürzen.

 

Wirbellos wurde mit einem Literaturpreis des Kantons Bern ausgezeichnet und ist für den Kurt-Marti-Preis nominiert.

»Beim Lesen leidet man mit dem Protagonisten wie mit einem von Patricia Highsmiths abdriftenden Antihelden, wird mitgerissen in den dunklen Sog, der eine lange Lesenacht bedeuten kann, aus der man am Morgen auftaucht und benommen ans Fenster tritt, um sich zu vergewissern: Liegt Bern wirklich nicht am Meer?«

(»Berner Zeitung«)

 

»Schon diese Szenen zeigen das große Erzähltalent Musios, der hinter jeder scheinbar alltäglichen Konstellation vor allem die dunklen Abgründe der Seele bis ins kleinste Detail auszuleuchten versteht.«

(»Rhein-Zeitung«)

 

»Eine geschickt geschichtete Handlung, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart springt, ohne sich je zu verheddern.«

(»Berliner Zeitung«)

 

»Bereits in seinem ersten Roman ›Scheinwerfen‹ hat Musio bewiesen, dass er ein fähiger Erzähler ist. ›Wirbellos‹ kommt noch raffinierter daher. Musio verbindet mehrere Zeitebenen schlüssig, lässt Dinge offen, um sie später unvermittelt zu klären. Seine Figuren sind vielschichtig und auch in ihrer Durchgeknalltheit stets glaubwürdig.«

(»WOZ«)

 

»Giuliano Musio hat ein Gespür für das Seltsame. Bei seinen Romanen kann man sich nicht einmal annähernd vorstellen, was darin passieren könnte. Das macht sie so fesselnd und originell.«

(Mareike Fallwickl auf ihrem Blog »Bücherwurmloch«)

 

»Auch in seinem zweiten Roman zeigt sich Musio als sprachlich exakter und genauer Beobachter, der mit wechselnden Erzählperspektiven Innenleben und Motivation seiner Figuren offenlegt.«

(»Der Bund«)

 

»›Wirbellos‹ enthüllt vor allem die menschliche Natur mit all ihren bedrohlichen Impulsen.«

(»Berner Kulturagenda«)

 

»Musio plays with Switzerland’s landlocked frustrations and its fantasies about the sea.«

(»Literary Review«)